„In der eigenen Hand“: Desaströser BVB hofft auf Paris | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.04.2024 11:03

„In der eigenen Hand“: Desaströser BVB hofft auf Paris

In Leipzig machte das Team von Borussia Dortmund keine gute Figur. (Foto: Jan Woitas/dpa)
In Leipzig machte das Team von Borussia Dortmund keine gute Figur. (Foto: Jan Woitas/dpa)
In Leipzig machte das Team von Borussia Dortmund keine gute Figur. (Foto: Jan Woitas/dpa)

Julian Brandt entlud seinen Frust im Keller des Leipziger Stadions, Edin Terzic wollte schleunigst weg, Sebastian Kehl nahm die Mannschaft in die Pflicht. Borussia Dortmund hat sich in Leipzig mal wieder von seiner desaströsen Seite gezeigt und einen Platz unter den besten Vier der Bundesliga wohl final verspielt. Und dennoch geht der BVB voller Zuversicht in das Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain.

„Wir werden jetzt relativ schnell den Blick auf Mittwoch richten müssen“, mahnte Sportchef Kehl nach dem 1:4 bei RB Leipzig. „Wir haben das oft genug gezeigt, dass wir in diesem Wettbewerb, sehr, sehr gute Leistungen abrufen können.“

Zweites Gesicht in der Königsklasse

Etwas anderes bleibt dem BVB nüchtern betrachtet auch nicht übrig. Ein Sieg gegen den französischen Meister am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) würde maßgeblich dazu beitragen, dass sich die Bundesliga einen fünften Platz für die kommende Saison der Königsklasse sichert. Nutznießer: Dortmund. „Wir können den fünften Platz für uns zu einem Champions-League-Platz machen. Das haben wir mit in der eigenen Hand“, betonte Kehl.

Den Optimismus zieht der BVB vor allem aus den bisher in der Champions League gezeigten Leistungen. Dortmund gewann die Gruppe mit PSG, Newcastle und Milan, setzte sich im Viertelfinale mit einer Heim-Gala gegen Atlético Madrid durch. Nimmt man die Bundesliga als Maßstab - auf den Vierten Leipzig hat Dortmund nun fünf Punkte Rückstand - könnte einem dagegen angst und bange werden.

Brandts Gebete

„Das ist für mich ein kompletter Schlag aufs Maul. So fühlt sich das an“, sagte Nationalspieler Julian Brandt zum Untergang in Leipzig. 20 Minuten spielte Dortmund top, um dann einfach völlig auseinanderzufallen. Immerhin: Die Verletzung von Mats Hummels stellte sich als leicht behandelbare Risswunde am Schienbein heraus. Der Abwehrchef ist gegen Paris dabei. Selbiges gilt für den in Leipzig gesperrten Emre Can, der erkrankte Marcel Sabitzer könnte ebenfalls eine Option sein.

In der Liga sind die besten Vier in dieser Saison „enteilt“, wie Brandt feststellte. „Wir spielen ganz klar unter unseren Ansprüchen“, sagte der 27-Jährige. Zum Glück gibt es die Jahreswertung der UEFA, die den beiden besten Nationen je einen zusätzlichen Startplatz für den Premium-Wettbewerb verschafft. „Wenn es so läuft, wie es läuft und man sich trotzdem noch für die Champions League qualifizieren kann - da kann man echt abends dreimal beten und sagen Gott sei Dank“, sagte Brandt.

20 Minuten Hoffnung

Trainer Terzic zieht mit Blick auf PSG lieber die Anfangsphase in Leipzig heran als göttlichen Beistand. „Wir haben mitgenommen, wie groß die Chance ist, etwas mitzunehmen, wenn man es so gestaltet wie in den ersten 20 Minuten“, sagte der 41-Jährige. Und das 4:2 gegen Atlético vor anderthalb Wochen habe gezeigt, dass die Mannschaft einen Rückstand wegstecken kann.

Und sonst? Wollte Terzic nach seiner insgesamt dritten Niederlage in Leipzig nacheinander lieber zügig weg aus der Heldenstadt. Die Pressekonferenz nach dem Spiel gab der Coach nicht wie üblich zusammen mit seinem Amtskollegen Marco Rose, sondern lieber allein. Das sicherte die schnellstmögliche Abreise aus Leipzig. Es zählte nur noch Paris.

© dpa-infocom, dpa:240428-99-838213/2


Von dpa
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